Heimarbeit – Versicherung und Steuern

Heimarbeit ist von großer Bedeutung für den Gesetzgeber geworden. Denn im Zeitalter der neuen Medien ist es einfacher geworden, Mitarbeiter in Heimarbeit zu beschäftigen. Gerade im kaufmännischen Bereich ist das möglich.

Die ‘abhängige’ Heimarbeit

Immer mehr Arbeitgeber überlegen nach dem Prinzip der Arbeitsteilung, wie ganze Tätigkeitsbereiche ausgelagert werden können. Dadurch musste sich der Gesetzgeber damit beschäftigen, welchen Status Mitarbeiter in Heimarbeit haben. Sind es Selbstständige, Angestellte oder haben sie noch eine andere Stellung?

In erster Linie geht es hier um die Frage der Sozialversicherungspflicht. Die Sozialgerichte stellten anhand einiger aktueller Fälle fest, dass Beschäftigte in Heimarbeit nicht selbstständig sind, sondern abhängige Beschäftigte, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Der Gesetzgeber geht dabei von einem Schutzbedürfnis des Heimarbeiters aus nach § 2, Abs. 1 des Heimarbeitergesetzes (HAG).

Für die Berechnung und Abführung der Steuer und der Sozialabgaben muss der Heimarbeiter dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte vorlegen. Es gibt eine Besonderheit für Heimarbeiter: Zahlt der Arbeitgeber dem Heimarbeiter neben dem Grundlohn Anteile für Aufwendungen wie Miete, Heizung, anteilige Energiekosten usw., so sind diese steuerfrei. Die gesetzliche Grundlage ist § 3 Nr. 50 des Einkommensteuergesetzes (ESTG), das unter den Begriffen “Auslagenersatz” und “Werkzeuggeld” solche Einnahmen bis 10 % vom Lohn steuer- und sozialversicherungsfrei stellt.

Die ‘selbstständige’ Heimarbeit

Im Unterschied zur abhängigen Heimarbeit ist selbstständige Heimarbeit gleichzusetzen mit einer Existenzgründung. Hierbei ist ihr eigenes Heim die Betriebsstätte. Es besteht keine persönliche Abhängigkeit zu einem Arbeitgeber. Die Kalkulation der Preise geht vom Selbständigen aus. Liegt ein solches Verhältnis vor, ändern sich die Versicherungsverhältnisse grundlegend, sowohl für den Teil der Sozialversicherung, als auch dergestalt, dass eigene private Versicherungen zu nehmen sind.

Wer in Heimarbeit tätig ist, muss bei der zuständigen Gemeinde des Wohnortes ein Gewerbe anmelden. Die Steuern sind in eigener Verantwortung abzuführen, Sozialversicherungen ggf. freiwillig zu zahlen und private Versicherungen abzuschließen. Der selbständige Heimarbeiter sollte vor allem die Betriebs-Haftpflichtversicherung – je nach Gewerbeform auch eine Produkt-Haftpflichtversicherung – abschließen.

Diese Versicherung macht der Vertragspartner oft zur Voraussetzung für die Vergabe eines Auftrages. Werden fremde Produkte in Heimarbeit bearbeitet oder weiterverarbeitet ist zu klären, ob der Versicherer ‘Bearbeitungsschäden’ mitversichert. Ansonsten sind Schäden an einem Objekt, das in Bearbeitung ist, nicht versichert. Weitere private Versicherungen, auch als Ersatz für Sozialversicherung, wie Altersversorgung und Krankenversicherung sind freiwillig zu nehmen.

Neben Steuer- und Versicherungsangelegenheiten gibt es noch weitere Dinge zu beachten. Es sollte die richtige Art von Heimarbeit gewählt werden, außerdem ist Selbstdisziplin wichtig.